Vor einigen Tagen bin ich auf den Artikel im Adwords-Inside Blog gestoßen, in welchem es um das Thema „Die besten Tipps zum Weihnachtsgeschäft für Einzelhändler“ geht. Dabei wird beim Punkt „Sprechen Sie mobile Käufer an“ von einem weiteren Anstieg des Traffic auf Einzelhandelswebsites bis November 2014 gesprochen. Dieses Zitat stammt ursprünglich aus einem IBM-Dokument:

Mobilgeräte hatten im letzten Weihnachtsgeschäft in den USA einen Anteil von 35 % am gesamten Traffic auf Einzelhandelswebsites. Bis November 2014 wird von einem Anstieg auf 43 % ausgegangen.

Dass eine mobile / responsive Website heutzutage zum Standardrepertoire gehört ist sicher weitreichend bekannt. Sicher ist diese Aussage auch für diejenigen interessant, die Argumente für einen mobilen Webauftritt benötigen. Es könnte bei dem einen oder anderen aber auch die Frage aufkommen wie es denn aktuell um die dazugehörigen mobilen Rankings im Suchindex von Google aussieht. Ist es derzeit sinnvoll da als SEO Zeit und Geld hinein zu investieren?
Und was passiert wenn sich ein Internetnutzer „mobil“ im Vergleich zur herkömmlichen Desktopsuche nach bestimmten Produkten umschaut?

Schauen wir uns mal ein Beispiel für ein weihnachtliches Schlüsselwort an – „schwibbogen kaufen“:

Google Suche für Schwibbogen kaufen Desktop vs. Mobil

 

Viele Unterschiede lassen sich auf den ersten Blick nicht erkennen (links Desktop-, rechts Mobil-Suche). Man sieht aber dass beim Mobilergebnis für ladenzeile.de auch die passende Mobilseite dargestellt wird. Beim Screenshot der Mobilvariante fallen zusätzlich die kleinen „Mobilicons“ ins Auge. Soweit ich das gesehen habe kommen diese Symbole derzeit nicht auf allen Geräten und es lässt vermuten, dass Google sich hier gerade ausprobiert. Eventuell bestätigt schon der aktuelle Artikel von Searchengineland die Testphase: „Google Is Experimenting With Special Ranking For Mobile-Friendly Sites„. Es wäre hier durchaus möglich, dass die Klickrate (CTR = Click Through Rate) bei diesen speziell ausgezeichneten Mobilergebnissen steigt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Nutzer auf die „mobil optimierten“ Ergebnisse tippt ist möglicherweise höher. Außerdem lädt die Mobilvariante bei guter Implementierung auch um einiges schneller.

Das eigene Suchergebnis wird natürlich noch durch Personalisierung und einige weitere Faktoren beeinflusst, auf welche ich jetzt hier nicht näher eingehen möchte.

Ein paar Stichproben später fand ich dann doch einige interessante Unterschiede. Betrachtet hatte ich Keywords wie „weihnachtspyramide erzgebirge“, „pyramide erzgebirge“, „ulbricht wichtel“, „weihnachtsbaum dresden“, „weihnachtsmarkt dresden“, „adventsstern außen“, „kwo nussknacker“ und „kwo die dicken“.

Dann auf einmal „räuchermann erzgebirge“:

Google Suche für Räuchermann Erzgebirge

Dass nun die mobilen Seiten von ebay und wikipedia in der mobilen Suche angezeigt werden und auch etwas anders ranken als in der Desktopversion haben wir oben schon ähnlich gesehen. Aber was hier ins Auge sticht ist kunsthandwerkstube.de und urlaub-seiffen.de. Beide haben keine Mobilversion und es lässt sich über die mobile Benutzbarkeit sicher diskutieren. Google PageSpeed Insights wiederum zeigt an, dass die Inhaltsseite von urlaub-seiffen.de zum Einen etwas bessere Ladezeiten im Gegensatz zu kunsthandwerkstube.de aufweisen soll (74/100 vs. 53/100). Zum Anderen soll auch die Mobile Nutzererfahrung besser sein (64/100 vs. 59/100).

 

Und dann noch das Ergebnis für das Schlüsselwort „weihnachtspyramide selber bauen“:

Google Suche für Weihnachtspyramide selber bauen

 

Hier sehen wir nun noch, dass ein „mobiles“ Youtube-Video besser als eine Seite von 1-2-do.com rankt. Woran das wohl liegen mag ..

Dass Google womöglich Seiten benachteiligt, bei denen die Weiterleitungen auf die Mobilvariante nicht auf relevante Seiten führt möchte ich hier nochmal mit erwähnen:

Bei Searchengineland kam am 08.10.2014 zum Thema Google und Mobile UX einen schöner Artikel heraus: Google May Add Mobile User Experience To Its Ranking Algorithm
Eine womöglich für das Jahr 2015 interessante These:

Google sees what users see, and if that is a bad mobile experience, it may impact your rankings

Im Artikel wird dann aber davon gesprochen, dass Mobile UX noch keinen Rankingfaktor darstellen soll. Aber Google kann dies durchaus umsetzen wie wir oben gesehen haben. Google PageSpeed Insights zeigt jetzt schon automatisiert an worauf es bei der mobilen Variante einer Website ankommt. Interessant finde ich hier, dass unter anderem Probleme bei Schriftgrößen auf Mobilgeräten angezeigt werden. Hier ein Screenshot aus einem anderen Projekt:

Google Page Speed Insights

Mobile UX – Google Page Speed Insights

Für Webmaster bieten außerdem die Google Webmaster Tools die Möglichkeit die eigenen Seiten unter dem Navigationspunkt „Abruf wie durch Google“ rendern zu lassen. Hier hat man die Möglichkeit zwischen den Varianten „Desktop“, „Mobile: Smartphone“, „Mobile: XHTML/WML“ und „Mobile: cHTML“ zu wählen.

02_Google_Webmaster_Tools_Googlebot

Dort fällt schnell auf wenn eine Weiterleitung eingerichtet ist oder Dateien durch den Googlebot nicht gefunden werden können (Der Googlebot konnte nicht alle Ressourcen für diese Seite abrufen).

 Google Webmaster Tools - Abruf wie durch Google

Google Webmaster Tools – Abruf wie durch Google

Weiterhin kann man noch das Google-Tool „Mobile Friendly“ nutzen um herauszufinden ob die eigenen Seiten mobil tauglich sind. Ich finde aber man ist mit Page Speed Insights besser beraten. Wie sind eure Erfahrungen mit dem mobilen Suchindex und den dazugehörigen Rankings? Ich freue mich über weitere Beispiele, Anregungen und vor allem interessante Fallstudien.